privatkopie.net privatkopie.net

Pressemitteilungen der Initiative privatkopie.net zur Urheberrechtsreform

Pressemitteilungen und Zeitungsartikel zur deutschen Urheberrechtsreform

Die Initiative veröffentlichte zwischen 2003 und 2006 Pressemitteilungen zu Schlüsselmomenten der deutschen Urheberrechtsreform. Die Originaltexte sind über das Archiv zugänglich.

📰

„Content-Flatrate ist machbar!“ — Studie zeigt: Legalisierung von Tauschbörsen ist europarechtlich zulässig

26. April 2006 · Deutsch

Kernaussage der Pressemitteilung: Eine Machbarkeitsstudie der Universität Nantes belegt, dass die Legalisierung von Filesharing über eine monatliche Pauschale (5–10 €) mit europäischem und internationalem Recht vereinbar ist. Prof. André Lucas kommt zum Schluss: „Nichts im nationalen oder internationalen Recht steht dagegen.“

Die Initiative schlägt vor: Wer Filesharing nutzt, zahlt eine Pauschale. Wer nicht tauscht, zahlt nichts. Verwertungsgesellschaften verteilen die Einnahmen proportional an Rechteinhaber — ähnlich wie bei der bestehenden Geräteabgabe.

privatkopie.net FIfF e.V. Dr. Volker Grassmuck
📰

„Content Flatrate is Feasible!“ — Study Shows: Legalising Peer-to-peer Filesharing is Compatible with European and International Law

28. Mai 2006 · Englisch

Englische Fassung der Pressemitteilung für die internationale Debatte. Die Studie schlägt eine „Global License“ vor: Internet-Service-Provider entrichten Abgaben (ähnlich der Leermedienabgabe), das Uploading fällt unter verpflichtende kollektive Rechteverwaltung. Wirtschaftlich gerechtfertigt seien ca. 5 € pro Monat.

Hintergrund: In Frankreich hatten Parlamentarier beider großen Parteien 2005 Amendments für eine „Licence Globale“ eingebracht — die Nationalversammlung stimmte am 22. Dezember 2005 zu, bevor der Beschluss unter Industriedruck zurückgenommen wurde.

privatkopie.net Dr. Volker Grassmuck
📰

Berliner Erklärung: Pressemitteilung zum Alternative Compensation System

21. Juni 2004 · PDF

Anlässlich der Veröffentlichung der ACS-Stellungnahme fordert die Initiative die Bundesregierung auf, alternative Vergütungsmodelle in die laufende Urheberrechtsreform einzubeziehen. Die Kriminalisierung von Millionen Nutzern sei weder verhältnismäßig noch effektiv.

privatkopie.net FIfF e.V. CCC FoeBuD Attac
📰

Alternative Anhörung zum Urheberrecht im digitalen Zeitalter

23. Januar 2003 · Humboldt-Universität Berlin

Ankündigung und Programm der öffentlichen Anhörung mit internationalen Experten. Redner: Prof. Wolfgang Coy (HU Berlin), Andreas Bogk (CCC) zur Umgehungsverbot-Praxis, Till Kreutzer (ifrOSS) zu Schrankenregelungen, Prof. Bernd Lutterbeck (TU Berlin) zu Auswirkungen auf Bildung und Forschung, und John Perry Barlow (EFF) über vier Jahre DMCA-Erfahrung in den USA.

Moderation: Dr. Jeanette Hofmann (WZB) und Dr. Volker Grassmuck (HU Berlin). Die Veranstaltung wurde als RealVideo-Stream archiviert.

privatkopie.net CCC Humboldt-Universität WZB

Zeitgeschichtlicher Kontext

Die Pressemitteilungen dokumentieren den Kampf um eine faire digitale Urheberrechtspolitik in einer Zeit, als Filesharing (Napster, Kazaa, BitTorrent) das Verhältnis zwischen Urhebern, Verwertern und Publikum grundlegend veränderte. Während die Content-Industrie auf Abmahnung und Strafverfolgung setzte, entwickelte die Initiative einen konstruktiven Gegenvorschlag: Die Content-Flatrate als win-win für Urheber und Nutzer.

Obwohl sich das Modell politisch nicht durchsetzte, hat es die Debatte nachhaltig geprägt. Streaming-Dienste wie Spotify oder Netflix funktionieren heute nach einem ähnlichen Prinzip — allerdings privat organisiert statt als gesetzliche Schranke. Im Kontext der aktuellen Diskussion um KI-Training und Urheberrecht gewinnt die Idee einer pauschalen Vergütung erneut an Relevanz.

← Zurück zur Chronologie